Um was geht es?

Die Stadt Zürich beabsichtigt im Rahmen des Strassenbauprojekts Birmensdorferstrasse die Schmiede Wiedikon für den motorisierten Individualverkehr und den Veloverkehr zu sperren und stellt dieses Vorhaben unter den Deckmantel einer 'Quartieraufwertung'.

Das vorliegende Konzept einer Quartieraufwertung rund um die Schmiede Wiedikon funktioniert in dieser Form nicht und stösst bei der betroffenen Quartierbevölkerung auf massiven Widerstand. Die belastenden Konsequenzen und negativen Auswirkungen auf das umgebende Quartier werden völlig vernachlässigt. Die Schliessung der direkten Verkehrsachse auf Höhe Gasthof Falken und Kreisgebäude führt zu einer unhaltbaren Belastung von Quartierstrassen und zu gefährlichem Mischverkehr im Bereich der Haltestelle (Anlieferung und Gästeparkplätze Gasthof Falken, Polizei-Einstellgarage, Rettungsfahrzeuge wie Feuerwehr und Sanität). Zudem wird der zur Zeit einzige Begegnungsort zwischen Löwenbrunnen und Ecke Birmensdorferstrasse-Zurlindenstrasse wird verkleinert und entgrünt.

Durch die geplante Verkehrsführung wird sich der umgeleitete motorisierte Individualverkehr in der Zurlindenstrasse ab Birmensdorferstrasse Richtung Zweierstrasse verdoppeln bis verdreifachen. Dazu kommt noch, dass der Stadtauswärtsverkerhr neu über eine weitere Lichtsignalanlage bei der Kreuzung Zurlinden-Zweierstrasse geführt wird und dies in einer Distanz von 200 Metern. Es ist voraussehbar, dass sich mit der neuen Verkehrsführung und sich dem daraus ergebenden Verkehrsstau ein Teil des Individualverkehrs als Schleichverkehr in Nebenstrassen oder Wohnzonen mit Tempo 30 ergiessen wird z.B. in die Stationsstrasse oder in die Kalkbreitestrasse.

Die zu erwartende Überbelastung des Verkehrssystems rund um die Schmiede Wiedikon führt für die betroffenen Anwohner (Wohnungsmieter, Wohnungseigentümer und Altersheim) zu zusätzlichen Belastungen wie Lärm oder Luftverschmutzung, welche massiv oberhalb des Erträglichen wären. Die im Objektkredit vorgesehenen Lärmschutzmassnahmen beweisen diese Aussage. Man stelle sich die in einer heissen Sommernacht geschlossenen Schallschutzfenster an Zurlinden- und Zweierstrasse vor, die mit Steuergeldern finanziert wurden.

Die Schmiede Wiedikon wird in Zukunft von zusätzlichen Postautokursen in beiden Richtungen durchfahren und verwandelt sich so zu einem Hyper-ÖV-Trail, welche die Idee der Verkehrsberuhigung ad absurdum führt. Berechnungen ergeben, dass auf der umgestalteten Haltestelle ein vermehrter Fluss von Trams, VBZ-Bussen und Postautokursen zu erwarten ist: ungefähr 47 öffentliche Verkehrsmittel pro Stunde. Wer von einer Verkehrsberuhigung spricht, verschweigt diese Tatsachen.

Die Schmiede Wiedikon wird aus diesen Gründen auch nach der vorgesehenen Umgestaltung weder ein Platz zum Flanieren sein noch Zentrumswirkung haben entgegen den Behauptungen der Stadt Zürich. Vielmehr wird sie zu einer überdimensionierten Haltestelle zwischen Bahnhof Wiedikon und Goldbrunnenplatz, wo der öffentliche Verkehr auf einer wichtigen innerstädtischen Trasse das Zentrum Wiedikons durchquert. Die städtebauliche Situtation verhindert, dass ein Platzgefühl aufkommen kann. Auch mit den vorgesehenen Möblierungsmassnahmen entsteht noch kein Platz. Man schafft höchstens eine lächerliche Karikatur auf einem Restgrundstück zwischen Amtsgebäude und Gasthof Falken.

Der Objektkredit wird als Quartieraufwertung verkauft. In Wahrheit führt dieser für die betroffenen Anwohner zur Quartierabwertung. Aus diesen Gründen ist der Objektkredit abzulehnen.
Abstimmung vom 13. Juni 2010 über die Neugestaltung des Strassenraumes Schmiede Wiedikon

Nein zur Fehlplanung
Nein zum Objektkredit

Die Neugestaltung wertet Quartierstrassen ab und führt zu unerträglichen Staus